Nichts als die Wahrheit

WOW - also mich haut ja wirklich nicht gerade alles vom Hocker. Aber manchmal erwischt es sogar mich eiskalt.

Da lehnt es neulich der Literatur-Gott Reich-Ranicki ab, den Preis für sein Lebenswerk anzunehmen und bezeichnet das heutige Fernsehen als Blödsinn, was eine lebhafte Diskussion in den Medien auslöste. Soweit so gut. Jeder halbwegs normal tickende Mensch stimmt dem ja zu. Die Liste des Schwachsinns ist ja auch wirklich lang. Aber was jetzt erfunden wurde, macht (zumindest mir) Angst. Ich bin sicher, dass Reich-Ranicki diese Sendung noch nicht kannte, als er den Preis abgelehnt hat. Sonst hätte er vermutlich vor laufender Kamera auf den Boden gekotzt.

Nichts als die Wahrheit ist eine Reality-Show der untersten Schublade. Mehr oder weniger (eigentlich ausschließlich) zufällig habe ich die Staffel mit der strohblöden Tussi (siehe mein Link) gesehen und musste sofort an das amerikanische Zukunftsszenario Running Man aus dem Jahr 1987 denken. Als ich den Film damals im Kino gesehen habe, war das reine Sience Fiction für mich. Scheinbar habe ich mich getäuscht. Immerhin ist der damalige Hauptdarsteller mittlerweile Gouverneur von Kalifornien und dass die Weltwirtschaft im Jahre 2017 zusammenbricht scheint mehr als möglich. Die Parallelen sind für mich erkennbar und deshalb stellt sich für mich einmal mehr die Frage, ob dieses Land noch lange mein Land bleiben wird. Die Ausstrahlung solcher Sendungen (wozu ich auch Schwachsinn wie "Bauer sucht Frau" zähle, auch wenn mein Freund Holger es so gerne sieht) zähle ich zum vorsätzlichen Versuch der deutschen Regierung und Konzerne, das Volk mutwillig zu verdummen. Denkende Menschen sind für eine Diktatur (in der wir leider leben) unangenehme Untertanen. Die Lösung ist die Verdummung des Volkes mit Hilfe staatlich kontrollierter Medien.

Wäre Reich-Ranicki nicht schon so alt dass er sowieso bald stirbt, hätte er wohl morgen einen tödlichen Autounfall ...